Energieausweis nach Sanierung: nur in einem Fall Pflicht
Neu ausstellen müssen Sie nur, wenn nach § 38 für das ganze Gebäude gerechnet wurde. Bei Einzelmaßnahmen bleibt der alte Ausweis gültig — auch veraltet.

Kurz gesagt
Ein neuer Energieausweis ist nach einer Sanierung nur in einem Fall Pflicht: wenn für das gesamte Gebäude nach § 38 gerechnet wurde, dem 140-Prozent-Nachweis. Dann ist ein Bedarfsausweis auszustellen, und der alte verliert seine Gültigkeit. Wer die Bauteile einzeln nach Anlage 7 saniert, muss nichts veranlassen: Der bisherige Ausweis bleibt gültig, auch wenn er den Vorzustand zeigt.
Die Frage wird fast überall falsch gestellt. Gesucht wird nach einer Sanierungsschwelle – ab wie viel Dämmung, ab wie vielen Fenstern, ab welchem Anteil der Hülle. Das Gesetz kennt keine solche Schwelle. § 80 Absatz 2 des Gebäudeenergiegesetzes knüpft an etwas ganz anderes an: an die Rechenmethode, mit der die Sanierung nachgewiesen wurde. Das Stammgesetz heißt seit dem 29. Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); die Vorschriften zum Energieausweis behalten dabei ihre Nummern, die Vorschriften zum Bestandsgebäude nicht.
Muss nach einer Sanierung wirklich ein neuer Ausweis her?
Richtig ist
Eine Erheblichkeitsschwelle gibt es im Gesetz nicht, und die Heizung gehört gar nicht dazu. § 80 Absatz 2 verlangt einen neuen Ausweis ausschließlich dann, wenn für das gesamte Gebäude nach § 38 gerechnet wird. Wer dieselben Maßnahmen bauteilweise nach Anlage 7 ausführt, muss nichts veranlassen.
Der Wortlaut ist kurz genug, um ihn ganz zu lesen:
§ 80 Absatz 2 Satz 1 GModG
„Werden bei einem bestehenden Gebäude Änderungen im Sinne des § 36 ausgeführt, ist ein Energiebedarfsausweis unter Zugrundelegung der energetischen Eigenschaften des geänderten Gebäudes auszustellen, wenn unter Anwendung des § 38 Absatz 1 und 2 für das gesamte Gebäude Berechnungen nach § 38 Absatz 3 durchgeführt werden.“
Zwei Bedingungen, verbunden durch ein „wenn“. Beide müssen zutreffen. Fehlt eine, entsteht keine Pflicht – und die zweite ist keine Eigenschaft des Bauvorhabens, sondern eine Entscheidung Ihres Planers.
Das Infoportal des Bundes sagt es in seiner FAQ 12 mit anderen Worten: Ein Ausweis ist bei Modernisierungen an Außenbauteilen auszustellen, „wenn von der Möglichkeit eines Nachweises für das Gesamtgebäude (140%-Nachweis) nach § 50 GModG Gebrauch gemacht wird“ — die Vorschrift heißt seit dem 29. Juli 2026 § 38 GModG. Auf der Übersichtsseite zu Anlass und Zeitpunkt führt dasselbe Portal genau vier Ausstellungsanlässe: Neubau, Modernisierung mit energetischer Bilanzierung des gesamten Gebäudes, Verkauf oder Vermietung, Aushang. „Sanierung“ steht dort nicht.
Die zwei Bedingungen, die zusammenkommen müssen
Die erste Bedingung ist § 36 GModG (bis 28.07.2026: § 48 GEG). Erfasst sind ausschließlich Außenbauteile im Sinne der Anlage 7, die an beheizten oder gekühlten Räumen erneuert, ersetzt oder erstmalig eingebaut werden. Anlagentechnik fällt nicht darunter, und kleine Eingriffe fallen heraus:
Die 10 Prozent stehen in § 36 Satz 2: Ausgenommen sind Änderungen von Außenbauteilen, „die nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe des Gebäudes betreffen“. Gerechnet wird je Bauteilgruppe, nicht über alle Bauteile zusammen. Vier neue Fenster in einem Haus mit vierzig sind demnach keine Änderung im Sinne des § 36.
Die zweite Bedingung ist die Wahl des Gesamtgebäude-Nachweises. § 38 GModG (bis 28.07.2026: § 50 GEG) bietet einen Weg an, die Bauteilanforderungen zu umgehen: Sie gelten als erfüllt, wenn das geänderte Wohngebäude den Jahres-Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes „um nicht mehr als 40 Prozent“ überschreitet. Daher der Praxisname 140-Prozent-Nachweis. Absatz 2 setzt zusätzlich Höchstwerte für den spezifischen Transmissionswärmeverlust, je nach Gebäudetyp zwischen 0,40 und 0,65 Watt pro Quadratmeter und Kelvin.
Die 40 Prozent sind ein Anforderungsmaßstab für die Sanierung, keine Schwelle für die Ausweispflicht. Wer sie an dieser Stelle verwechselt, sucht nach einer Grenze, die es für den Ausweis nirgends gibt.
Wer den 140-Prozent-Nachweis führen lässt, hat die Bilanzierung des gesamten Gebäudes ohnehin bezahlt. Der Bedarfsausweis ist dann der letzte formale Schritt auf einer Rechnung, die längst steht.
Ihr Fall in vier Fragen
Wurden Außenbauteile nach Anlage 7 erneuert, ersetzt oder erstmalig eingebaut – Dach, Wand, Fenster, Kellerdecke?
JaWeiter zur nächsten Frage.
Nein§ 36 ist nicht berührt, damit auch § 80 Abs. 2 nicht. Kein neuer Ausweis nötig.
Betrafen die Änderungen mehr als 10 Prozent der Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe?
JaWeiter zur nächsten Frage.
NeinDie Bagatellgrenze des § 36 Satz 2 greift. § 36 wird gar nicht erst ausgelöst.
Hat Ihr Planer für das gesamte Gebäude nach § 38 gerechnet – den 140-Prozent-Nachweis?
JaEin Energiebedarfsausweis ist auszustellen. Der alte Ausweis verliert seine Gültigkeit.
NeinEs bleibt bei den Bauteilanforderungen der Anlage 7. Ein neuer Ausweis ist freiwillig.
Steht ohnehin ein Verkauf oder eine Neuvermietung an?
JaDann brauchen Sie einen gültigen Ausweis – der alte genügt dafür, wenn er noch läuft.
NeinEs besteht kein Anlass nach § 80 Abs. 3. Sie müssen nichts unternehmen.
Die letzte Frage trennt zwei Tatbestände, die regelmäßig verschmelzen: die Neuausstellung nach der Sanierung und die Ausweispflicht bei Verkauf oder Vermietung.
Löst für sich genommen keine Pflicht zur Neuausstellung aus
- Die Heizung wurde getauscht – § 36 erfasst nur Außenbauteile, nicht die Anlagentechnik
- Ein Anbau ist entstanden, ohne Gesamtgebäude-Nachweis
- Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kam hinzu
- Der Ausweis zeigt nach der Sanierung zu schlechte Werte – inhaltliche Überholung ist kein Auslöser
- Seit der letzten Ausstellung sind Jahre vergangen, aber die zehn Jahre laufen noch
Zum Heizungstausch ist das Bundesportal ausdrücklich: Ohne 140-Prozent-Nachweis ist bei Änderungen an technischen Gebäudeausstattungen kein Ausweis erforderlich. Für reine Erweiterungen gilt dasselbe, weil ein Energieausweis nur für vollständige Gebäude ausgestellt wird (FAQ 11). Kommt zur Erweiterung eine Modernisierung mit 140-Prozent-Nachweis, sind die Berechnungen für das gesamte Gebäude einschließlich des Neubauteils zu führen.
Was mit dem alten Ausweis passiert
Hier liegt der zweite verbreitete Irrtum: dass ein Ausweis, der den Vorzustand zeigt, dadurch ungültig würde. § 79 Absatz 3 kennt genau zwei Gründe, aus denen die Gültigkeit endet.
§ 79 Absatz 3 GModG
„¹Ein Energieausweis ist für eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren auszustellen. ²Unabhängig davon verliert er seine Gültigkeit, wenn nach § 80 Absatz 2 ein neuer Energieausweis erforderlich wird.“
Satz 2 verweist auf denselben Pflichtfall wie oben. Daraus folgen drei Szenarien, und nur eines davon berührt die Restlaufzeit:
| Szenario | Der alte Ausweis | Fundstelle |
|---|---|---|
| Sanierung mit Gesamtgebäude-Nachweis nach § 38 | Verliert kraft Gesetzes seine Gültigkeit, unabhängig von der Restlaufzeit | § 79 Abs. 3 Satz 2 |
| Sanierung ohne Gesamtnachweis, kein neuer Ausweis | Läuft unverändert bis zum Ende der zehn Jahre weiter | § 79 Abs. 3 Satz 1 |
| Freiwillige Neuausstellung nach der Sanierung | Bleibt gültig – zwei Ausweise bestehen nebeneinander | Umkehrschluss aus § 79 Abs. 3 Satz 2 |
Der dritte Fall ist der praktisch häufigste und der am schwächsten geregelte. § 79 Absatz 3 Satz 2 greift dort nicht, weil kein Ausweis „nach § 80 Absatz 2 erforderlich“ wird. Eine Rücknahme, Entwertung oder Löschung des alten Ausweises sieht das Gesetz nicht vor. Das Gebäudeforum der dena fasst es genauso: Alle Energieausweise gelten zehn Jahre, sofern nicht im Rahmen einer Modernisierung der Energiebedarf ohnehin neu berechnet wird.
Zwei gültige Ausweise sind erlaubt, aber unpraktisch
§ 80 Absatz 4 verlangt die Vorlage „eines“ Energieausweises, nicht des ältesten. Sie dürfen und sollten den aktuellen zeigen. Wer den alten mit den schlechteren Werten zusätzlich in die Unterlagen legt, schafft sich eine Verhandlungsposition, die er nicht braucht.
Im Pflichtfall gilt dieselbe Mechanik wie beim Neubau: § 80 Absatz 2 Satz 2 erklärt Absatz 1 Satz 2 bis 4 für entsprechend anwendbar. Der Eigentümer hat sicherzustellen, dass ihm der Ausweis übergeben wird, und ihn der Behörde auf Verlangen vorzulegen. Eine Frist dafür nennt die Vorschrift nicht; die kursierende Angabe „innerhalb von sechs Monaten“ hat im Gesetzestext keine Grundlage.
Der neue Ausweis bekommt eine eigene Registriernummer: § 98 Absatz 2 Satz 1 verpflichtet die Registrierstelle, für jeden neu ausgestellten Energieausweis eine zuzuteilen. Sie hängt am Dokument, nicht am Gebäude; die alte Nummer wird nicht übertragen.
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Warum sich ein neuer Ausweis trotzdem meistens lohnt
Der Grund ist wirtschaftlich, nicht rechtlich. Ein Ausweis, der den unsanierten Zustand dokumentiert, weist eine schlechtere Effizienzklasse aus, als das Gebäude verdient – und das ist die Zahl, die beim Verkauf und bei der Neuvermietung im Inserat steht und über die verhandelt wird. Die Pflichtangaben in einer Immobilienanzeige sind dem vorliegenden Energieausweis zu entnehmen; eigene Schätzungen sind dort nicht vorgesehen.
Bundesgerichtshof
Die Pflichtangaben in Immobilienanzeigen sind eine wesentliche Information im Sinne des Lauterkeitsrechts (heute § 5b Absatz 4 in Verbindung mit § 5a Absatz 1 UWG). Über diesen Weg muss auch der Makler sie machen, obwohl er nicht Adressat der damaligen Vorschrift der Energieeinsparverordnung war.
Werben mit den Werten nach der Sanierung
Wer nach der Sanierung bessere Kennwerte inseriert, als der vorliegende Ausweis ausweist, riskiert eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung – unabhängig davon, ob die genannten Werte sachlich zutreffen. Der belegte Weg ist der umgekehrte: erst den neuen Ausweis, dann die neuen Zahlen. Welche fünf Angaben ein Inserat tragen muss, zählt § 87 Absatz 1 GModG abschließend auf.
Bedarfs- oder Verbrauchsausweis nach der Sanierung?
Im Pflichtfall entfällt die Wahl: § 80 Absatz 2 verlangt ausdrücklich einen Energiebedarfsausweis. Freiwillig steht beides offen – praktisch aber nur eines.
Bedarfsausweis
Rechnet die Sanierung sofort mit ein.
- Grundlage
- Berechnung aus Bauteilen und Anlagentechnik
- Im Pflichtfall
- zwingend vorgeschrieben
- Nach der Sanierung
- bildet den neuen Zustand ab
- Datenbedarf
- U-Werte, Dämmstärken, Anlagendaten
Verbrauchsausweis
Rechnet mit Abrechnungen aus der Vergangenheit.
- Grundlage
- erfasster Endenergieverbrauch
- Im Pflichtfall
- nicht zulässig
- Nach der Sanierung
- zeigt zunächst den unsanierten Zustand
- Datenbedarf
- zusammenhängende Abrechnungsperioden
Ein Verbrauchsausweis wertet Abrechnungen aus, die vor der Sanierung entstanden sind: Bis genügend Verbrauchsdaten des sanierten Gebäudes vorliegen, dokumentiert er den Zustand, den Sie gerade beseitigt haben.
Wofür Sie haften – und wofür nicht
Wer nach der Sanierung einen neuen Ausweis ausstellen lässt, liefert dem Aussteller Daten: U-Werte, Dämmstärken, Rechnungen, Anlagendaten. Damit verschiebt sich ein Stück Verantwortung.
§ 83 Absatz 3 GModG
Der Eigentümer trägt Sorge dafür, dass die von ihm bereitgestellten Daten richtig sind. Der Aussteller muss sie sorgfältig prüfen und darf sie nicht verwenden, wenn Zweifel an ihrer Richtigkeit bestehen.
Für die Werte, die der Aussteller selbst ermittelt, trägt er die Verantwortung. Wer Maßnahmen angibt, die so nicht ausgeführt wurden, verlagert das Risiko dagegen auf sich.
Ein Bußgeld droht in diesem Zusammenhang nicht: § 80 Absatz 2 ist in § 108 Absatz 1 nicht in Bezug genommen. Sanktioniert sind Nichtvorlage, Nichtübergabe und die fehlende Pflichtangabe in der Anzeige – nachzulesen im Beitrag dazu, was Verstöße gegen die Ausweispflicht kosten.
Kein Handlungsbedarf
Ein überholter, aber noch laufender Ausweis erfüllt die Pflicht bei Verkauf und Vermietung. § 80 Absatz 3 Satz 1 verlangt eine Neuausstellung nur, „wenn nicht bereits ein gültiger Energieausweis für das Gebäude vorliegt“ – maßgeblich ist die formale Gültigkeit, nicht die inhaltliche Aktualität. Sie dürfen mit ihm verkaufen. Ob Sie wollen, ist eine andere Frage.
Was sich zum 1. Januar 2027 ändern soll
Vorweg eine Verwechslung, die in der Fachpresse umgeht: Die Umnummerierung ist keine Änderung des Jahres 2027, sie gilt seit dem 29. Juli 2026. Wer „§ 36 GModG“ als Neuerung für 2027 liest, liest über eine Nummer, die seit dem Sommer gilt.
Richtig ist
Die 25 Prozent stammen aus dem EU-Recht: Die Gebäuderichtlinie definiert die größere Renovierung als ein Gebäude, bei dem an mehr als 25 Prozent der Oberfläche der Gebäudehülle umfangreiche Renovierungen durchgeführt werden. Einen deutschen Auslösetatbestand für einen Energieausweis gibt es dazu nicht. Was als „Ausstellungspflicht bei größeren Renovierungen“ nach § 36 GModG durch die Presse geht, ist die schon geltende Regel des § 80 Absatz 2 unter ihrer heutigen Nummer.
- 29.07.2026Artikel 1 des am 28. Juli 2026 verkündeten Änderungsgesetzes (BGBl. 2026 I Nr. 226) tritt in Kraft. Das Stammgesetz heißt GModG, die §§ 46 bis 51 werden zu §§ 34 bis 39. An § 80 Abs. 2 ändert sich der Sache nach nichts.
- 01.01.2027Artikel 2 tritt in Kraft. Nach dem Regierungsentwurf ändert Nummer 31 den § 79 Abs. 3 Satz 2 – also den Satz über das vorzeitige Erlöschen.
Kein Handlungsbedarf
Ein heute ausgestellter Ausweis wird durch die Rechtsänderung nicht wertlos. Er behält seine Gültigkeitsdauer aus § 79 Absatz 3 Satz 1; neue Anforderungen betreffen Ausweise, die danach ausgestellt werden.
Wenn Sie einen neuen Ausweis wollen: fünf Schritte
Nach der Sanierung abarbeiten
Wer einen Ausweis ausstellen darf, ist in § 88 abschließend geregelt und im Beitrag wer einen Energieausweis ausstellen darf aufgeschlüsselt. Zur Gültigkeitsdauer und zu den übrigen Anlässen einer Neuausstellung steht alles im Beitrag zum Erneuern des Energieausweises.
Häufige Fragen zum Energieausweis nach der Sanierung
Ist nach einer Sanierung ein neuer Energieausweis Pflicht?
Nur dann, wenn im Zuge der Änderung für das gesamte Gebäude eine Berechnung nach § 38 Absatz 3 durchgeführt wurde. Sonst ist die Neuausstellung freiwillig.
Wird mein alter Energieausweis durch die Sanierung ungültig?
Nur im Pflichtfall des § 80 Absatz 2 – dann verliert er seine Gültigkeit unabhängig von der Restlaufzeit. Sonst läuft er die vollen zehn Jahre weiter.
Muss ich den Energieausweis nach dem Fenstertausch aktualisieren?
Nein, sofern die Fenster die Anforderungen der Anlage 7 einhalten und kein Gesamtnachweis geführt wird. Eine gesetzliche Aktualisierungspflicht für inhaltlich überholte Ausweise gibt es nicht.
Was gilt nach einem Heizungstausch?
Kein Ausweis vorgeschrieben. § 36 betrifft Außenbauteile, und das Bundesportal stellt klar, dass bei Änderungen an technischen Gebäudeausstattungen ohne 140-Prozent-Nachweis kein Ausweis erforderlich ist.
Brauche ich einen neuen Ausweis nach einem Anbau?
Bei einer reinen Erweiterung nicht – ein Energieausweis wird für vollständige Gebäude ausgestellt, nicht für Gebäudeteile. Freiwillig ist er möglich, dann mit dem Anlass „Sonstiges“.
Gibt es ein Bußgeld, wenn ich den Ausweis nach der Sanierung nicht erneuere?
Nein. § 108 Absatz 1 nimmt § 80 Absatz 2 nicht in Bezug; bußgeldbewehrt sind Nichtvorlage, Nichtübergabe und die fehlende Pflichtangabe in der Anzeige.
Quellen (18)
- § 80 GModG — Ausstellung, Vorlage, Übergabe und Aushang des Energieausweises — gesetze.legal
- BGBl. 2026 I Nr. 226 — Verkündungsseite (Änderungsgesetz GModG) — Bundesministerium der Justiz / recht.bund.de
- FAQ Energieausweise des GEG-/GModG-Infoportals (FAQ 11 und FAQ 12) — Bundesministerium für Wirtschaft und Energie / gmodg.bund.de (Bundesportal)
- Anlass und Zeitpunkt für die Ausstellung eines Energieausweises — Bundesministerium für Wirtschaft und Energie / gmodg.bund.de (Bundesportal)
- § 36 GModG — Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderung — gesetze.legal
- § 38 GModG — Energetische Bewertung eines bestehenden Gebäudes — gesetze.legal
- § 79 GModG — Grundsätze des Energieausweises — gesetze.legal
- Grundsätze für Energieausweise — Gültigkeit und Modernisierung — Deutsche Energie-Agentur (dena), Gebäudeforum klimaneutral
- § 98 GModG — Registriernummer — gesetze.legal
- GEG-Registrierstelle — Registriernummer — Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt)
- § 87 GModG — Pflichtangaben in Immobilienanzeigen — gesetze.legal
- BGH, Urteil vom 05.10.2017 – I ZR 229/16 (Parallelverfahren I ZR 232/16 und I ZR 4/17) — dejure.org
- § 83 GModG — Ermittlung und Bereitstellung von Daten — gesetze.legal
- § 108 GModG — Bußgeldvorschriften — gesetze.legal
- BT-Drs. 21/6278 — Regierungsentwurf GModG mit Begründung — Deutscher Bundestag
- GModG 2026 — Zuordnung der Paragraphen (§§ 46–51 zu §§ 34–39) — energie-m.de
- Energieausweise im GModG: Was sich 2027 alles ändert — Haufe-Lexware GmbH & Co. KG
- EPBD-Definition der „größeren Renovierung“ (mehr als 25 Prozent der Oberfläche der Gebäudehülle) — Europäische Kommission, Technical Regulation Information System
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