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Welcher Ausweis passt?
Pflichten & Fristen

Energieausweis im Erbfall: was Erben wissen müssen

Der Erbfall löst keine Ausweispflicht aus — der Ausweis des Erblassers gilt weiter. Pflicht wird er erst, wenn Erben verkaufen oder neu vermieten.

Energieberater Veröffentlicht am Aktualisiert am Fachlich geprüft von Petra Knigge, 14 Min. Lesezeit
Illustration: ein ruhiges Wohnhaus mit geschlossenen Läden, auf einem Gartentisch ein Schlüsselbund und ein gefaltetes Dokument

Kurz gesagt

Der Erbfall allein löst keine Energieausweispflicht aus: § 80 Absatz 1 bis 3 GModG kennt als Anlässe nur Errichtung, energetische Änderung sowie Verkauf und Vermietung. Ein Ausweis des Erblassers gilt weiter, weil er zum Gebäude gehört und nicht zur Person. Pflicht wird er, sobald die Erben verkaufen oder neu vermieten.

Nach einem Todesfall kommt die Frage meist zusammen mit dem Erbschein: Muss jetzt jemand einen Energieausweis besorgen? Nein – und dabei bleibt es, bis die Erben etwas mit der Immobilie vorhaben. Sobald verkauft oder neu vermietet wird, gelten dieselben Pflichten wie für jeden anderen Eigentümer – in einer Erbengemeinschaft mit der Zusatzfrage, wer beauftragen darf, wer zahlt und wer haftet.

Seit dem 29. Juli 2026 heißt das Stammgesetz Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); die Vorschriften zum Energieausweis behalten ihre Paragraphennummern.

Der Erbfall steht nicht im Anlasskatalog

Das Gesetz zählt die Anlässe abschließend auf: § 80 Absatz 1 die Errichtung, Absatz 2 die energetische Änderung mit Gesamtbilanzierung, Absatz 3 Satz 1 den Marktvorgang.

§ 80 Absatz 3 Satz 1 GModG

„Soll ein mit einem Gebäude bebautes Grundstück oder Wohnungs- oder Teileigentum verkauft, ein Erbbaurecht an einem bebauten Grundstück begründet oder übertragen oder ein Gebäude, eine Wohnung oder eine sonstige selbstständige Nutzungseinheit vermietet, verpachtet oder verleast werden, ist ein Energieausweis auszustellen, wenn nicht bereits ein gültiger Energieausweis für das Gebäude vorliegt.“

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Erbfall, Schenkung und vorweggenommene Erbfolge stehen dort nicht – und auch kein Eigentümerwechsel.

Diese Vorgänge lösen keine Ausstellungspflicht aus

  • Der Erbfall selbst – gleich ob Alleinerbe oder Erbengemeinschaft
  • Die Schenkung und die vorweggenommene Erbfolge zu Lebzeiten
  • Die Grundbuchberichtigung auf die Erben
  • Die Auseinandersetzung, bei der ein Miterbe die Immobilie übernimmt und die anderen auszahlt
  • Der Einzug eines Erben in das geerbte Haus

Kein Handlungsbedarf

Wer erbt und die Immobilie behält oder selbst bewohnt, muss nichts veranlassen – auch dann nicht, wenn gar kein Ausweis existiert. Die Pflicht entsteht erst mit einem Anlass des § 80.

Die Übernahme durch einen Miterben gegen Auszahlung der anderen ist kein Verkauf an einen Dritten, wohl aber eine Übertragung; gerichtlich geklärt ist der Fall nicht. Wer sichergehen will, hält den vorhandenen Ausweis bereit.

Warum der Ausweis des Erblassers weitergilt

Er gilt weiter, weil er nie an eine Person gebunden war.

§ 79 Absatz 2 Satz 1 GModG

„Ein Energieausweis wird für ein Gebäude ausgestellt.“

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Der Gebäudebezug zieht sich durch das Kapitel: § 80 Absatz 3 Satz 1 fragt, ob „bereits ein gültiger Energieausweis für das Gebäude vorliegt“ – nicht, wer ihn beauftragt hat. Und der Pflichtangaben-Katalog des § 85 verlangt Anschrift des Gebäudes und Angaben zum Aussteller, aber keinen Eigentümernamen.

Behauptet wirdDer Energieausweis muss nach dem Erbfall auf die Erben umgeschrieben werden.

Richtig ist

Es gibt nichts umzuschreiben: Der Eigentümername ist keine Pflichtangabe, und ein Umschreibungsverfahren kennt das Gesetz nicht. Wer eine „Umschreibung“ gegen Entgelt angeboten bekommt, kauft eine Leistung ohne gesetzliche Grundlage.

Die Laufzeit steht in § 79 Absatz 3:

10 Jahre

Gültigkeitsdauer eines Energieausweises

Eine Obergrenze, keine Garantie: Satz 2 beendet die Gültigkeit vorzeitig, sobald nach § 80 Abs. 2 neu auszustellen ist.

§ 79 Abs. 3 Satz 1 GModG

Vorzeitig endet sie nur in einem einzigen Fall: wenn nach § 80 Absatz 2 wegen einer baulichen Änderung ein neuer Ausweis erforderlich wird. Tod, Eigentümerwechsel und Erbauseinandersetzung stehen dort nicht.

Das Dokument selbst wandert nach § 1922 Absatz 1 BGB mit dem übrigen Vermögen zu den Erben. Vererbt wird die Urkunde – die Gültigkeit war nie zu vererben, weil sie nie jemandem gehörte.

Erste Schritte: Ausweis suchen, Restlaufzeit rechnen

Bevor etwas beauftragt wird, lohnt eine halbe Stunde in den Unterlagen des Verstorbenen: Ein vorhandener, noch laufender Ausweis erspart die Ausstellung ganz.

Was nach dem Erbfall zu suchen ist

Steht das Datum fest, ist die Restlaufzeit reine Kalenderrechnung:

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Zehn Jahre ab Ausstellung, keine Verlängerung. Ihre Eingabe bleibt im Browser — es werden keine Daten übertragen.

Gültig bisAbgelaufen
11.05.2026

Die Zehnjahresfrist ist abgelaufen — für Verkauf oder Neuvermietung brauchen Sie einen neuen Ausweis.

Ohne gültigen Ausweis dürfen Sie weder inserieren noch die Besichtigung führen — der neue Ausweis sollte vor dem Inserat vorliegen.

Ein bald ablaufender Ausweis ist für sich genommen kein Handlungsgrund – erst Verkauf oder Neuvermietung machen daraus eine Frist (Energieausweis erneuern).

Der Ausweis ist unauffindbar – was dann?

Dann wird es unbequem: Einen Anspruch auf eine Zweitausfertigung gibt es nicht – weder gegen den Aussteller noch die Registrierstelle. Der Aussteller muss Kopien nur kurz vorhalten:

2 Jahre

Aufbewahrungsfrist des Ausstellers für Kopie und Unterlagen

Die Frist läuft ab dem Ausstellungsdatum und besteht gegenüber der Kontrollstelle, nicht gegenüber dem Eigentümer. Sie ist nicht die Gültigkeitsdauer — wer sie mit den zehn Jahren verwechselt, überschätzt die Chance auf eine Zweitausfertigung um das Fünffache.

§ 99 Abs. 5 GModG

Und zwar gegenüber der Kontrollstelle, nicht dem Eigentümer. Danach darf er die Unterlagen vernichten – bei einem acht Jahre alten Ausweis der Regelfall.

Behauptet wirdÜber die Registriernummer bekommen Erben beim DIBt eine Kopie.

Richtig ist

Die Registriernummer nach § 98 dient der Registrierung durch den Aussteller und der Stichprobenkontrolle. Die FAQ der Registrierstelle beim Deutschen Institut für Bautechnik kennt weder ein Duplikatverfahren noch ein Auskunftsrecht von Eigentümern oder Erben.

Bleibt der Weg über den Vertrag: Der Werkvertrag des Erblassers mit dem Aussteller geht nach § 1922 Absatz 1 BGB auf die Erben über.

  1. Aussteller identifizieren Name und Anschrift stehen auf der Rechnung oder in alten Exposés.
  2. Vertragspartner ansprechen Als Rechtsnachfolger des Erblassers um eine erneute Ausfertigung bitten.
  3. Neuausstellung einplanen Führt beides zu nichts, bleibt nur ein neuer Ausweis – und der kostet Zeit vor dem Besichtigungstermin.

Verkauf aus dem Nachlass: wer vorlegt, wer übergibt

Sobald die Erben verkaufen wollen, sind sie Verkäufer – und die Adressatenliste des Gesetzes passt auf sie.

§ 80 Absatz 4 Satz 1 GModG

„Im Falle eines Verkaufs oder der Bestellung eines Rechts im Sinne des Absatzes 3 Satz 1 hat der Verkäufer oder der Immobilienmakler dem potenziellen Käufer spätestens bei der Besichtigung einen Energieausweis oder eine Kopie hiervon vorzulegen.“

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Satz 5 verlangt die Übergabe unverzüglich nach Vertragsschluss, wieder genügt eine Kopie; Absatz 5 überträgt das auf Vermietung, Verpachtung und Leasing.

Anders als bei der Zwangsversteigerung, wo es mangels Verkäufer niemanden gibt, den die Pflicht trifft: Aus dem Nachlass schließen die Miterben den Kaufvertrag und sind Veräußerer.

Eine Legaldefinition des „Verkäufers“ fehlt

Dass die Miterben gemeinsam gemeint sind, ist Auslegung – tragfähig, weil der Kaufvertrag mit allen zustande kommt. Praktisch genügt eine Vorlage durch einen Miterben oder den Makler: Die Norm verlangt die Vorlage eines Ausweises, nicht eine je Verpflichtetem.

Eine weitere Pflicht trifft beim Verkauf eines Wohngebäudes mit nicht mehr als zwei Wohnungen den Käufer, nicht die Erben: Er hat nach Übergabe des Ausweises ein informatorisches Beratungsgespräch zu führen, sofern es unentgeltlich angeboten wird (§ 80 Absatz 4 Satz 6).

Den Verkaufsablauf insgesamt behandelt der Energieausweis beim Hausverkauf.

Wer beauftragt, wer zahlt – die Erbengemeinschaft

Alles hängt an einer einzigen Unterscheidung: Verwaltung oder Verfügung.

Den Ausweis beauftragen

Ein Werkvertrag. Er überträgt nichts, er begründet nur eine Verbindlichkeit – also Verwaltung des Nachlasses.

Norm
§ 2038 BGB
Erforderlich
Mehrheitsbeschluss
Mehrheit nach
Erbquoten
Alleingang
Nur bei Erhaltung

Die Immobilie verkaufen

Eine Verfügung. Ein Mehrheitsbeschluss ersetzt die Mitwirkung eines Miterben nicht.

Norm
§ 2040 Absatz 1 BGB
Erforderlich
Alle Miterben
Mehrheit genügt
Nein
Rechtsbehelf
Mitwirkungsklage

Über die Verweisung in § 2038 Absatz 2 Satz 1 BGB gilt § 745 Absatz 1 BGB: Eine ordnungsmäßige Verwaltung lässt sich mit Stimmenmehrheit beschließen, und die Mehrheit berechnet sich nach der Größe der Anteile, nicht nach Köpfen – bei den Quoten 1/2, 1/4 und 1/4 kann also eine Person allein den Ausweis beschließen. Ordnungsmäßig ist die Beschaffung jedenfalls, wenn Verkauf oder Neuvermietung beschlossen sind: Dann schreibt § 80 Absatz 3 Satz 1 sie vor.

Der Verkauf selbst bleibt gemeinschaftlich: „Die Erben können über einen Nachlassgegenstand nur gemeinschaftlich verfügen.“ Gemildert wird das durch die Mitwirkungspflicht.

Bundesgerichtshof

Urteil vom 28.09.2005 Az. IV ZR 82/04

Eine Verfügung über einen einzelnen Nachlassgegenstand kann ordnungsmäßige Verwaltung sein, an der die übrigen Miterben mitzuwirken verpflichtet sind, sofern sie den Nachlass nicht wesentlich verändert (BGHZ 164, 181). Daraus folgt ein Anspruch auf Mitwirkung, notfalls einklagbar – kein Mehrheitsverkauf.

Bei den Kosten sind zwei Ebenen zu trennen:

Kosten unter Miterben
Nach Erbquote, § 748 BGB
Rechnung des Ausstellers
Gesamtschuld, § 2058 BGB

Intern trägt jeder die Kosten „nach dem Verhältnis seines Anteils“. Der Energieberater dagegen kann die volle Summe von einem einzelnen Miterben verlangen; wer zahlt, holt sich den Rest zurück.

Wer ohne Beschluss allein beauftragt, trägt ein Risiko

Zahlt ein Miterbe ohne Beschluss und ohne Notfall, bleibt für den Ausgleich nur die Geschäftsführung ohne Auftrag – und die setzt voraus, dass die Maßnahme dem mutmaßlichen Willen der übrigen entsprach. Ob die Beschaffung eine Erhaltungsmaßregel nach § 2038 Absatz 1 Satz 2 ist, die ein Einzelner allein treffen darf, ist nicht entschieden. Sicher ist nur der dokumentierte Beschluss vor der Beauftragung.

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Wenn andere zuständig sind: Vollstrecker, Pfleger, minderjährige Miterben

Testamentsvollstreckung. Erstreckt sie sich auf die Immobilie, verwaltet der Testamentsvollstrecker den Nachlass, verfügt über die Nachlassgegenstände und geht Verbindlichkeiten ein, soweit das zur ordnungsmäßigen Verwaltung erforderlich ist – er beauftragt also den Ausweis und schließt den Kaufvertrag, nicht die Miterben.

Nicht geklärt

Ob der Testamentsvollstrecker damit auch „Verkäufer“ im Sinne des § 80 Absatz 4 ist und die Vorlage-, Übergabe- und Bußgeldverantwortung trägt, ist gesetzlich nicht geregelt. Dafür spricht, dass er im eigenen Namen für den Nachlass handelt und die Vertragspartei auf Veräußererseite bildet. Solange das offen ist, gehört die Zuständigkeit ausdrücklich in den Kaufvertrag.

Nachlasspflegschaft. Sind Erben unbekannt oder ist ungewiss, ob sie die Erbschaft angenommen haben, kann das Nachlassgericht einen Nachlasspfleger bestellen. Sein Wirkungskreis steht im Bestellungsbeschluss – nur darin kann er einen Ausweis beauftragen, und ein Verkauf braucht regelmäßig zusätzlich die nachlassgerichtliche Genehmigung.

Minderjährige Miterben. Gehört ein Kind zur Erbengemeinschaft, greifen zusätzliche Schutzmechanismen des Familien- und Betreuungsrechts – ein Fall für Notarin oder Fachanwalt.

Das geerbte Objekt ist vermietet: erst die Neuvermietung zählt

Für laufende Mietverhältnisse ändert der Erbfall nichts: Die Erben treten nach § 1922 Absatz 1 BGB in den bestehenden Vertrag ein, ein neuer entsteht nicht. Und § 80 Absatz 3 Satz 1 knüpft an eine Vermietung an, die erfolgen soll – also an eine Neuvermietung.

  1. Läuft der Mietvertrag des Erblassers unverändert weiter?

    JaNichts vorzulegen – der Eintritt in den Vertrag ist keine Vermietung nach § 80 Absatz 3 Satz 1.

    NeinWeiter zur nächsten Frage.

  2. Soll die Wohnung nach einem Auszug neu vermietet werden?

    JaVolle Pflicht: Vorlage bei der Besichtigung, Übergabe nach Vertragsschluss – § 80 Absatz 3 und 5.

    NeinWeiter zur nächsten Frage.

  3. Soll das Objekt verkauft, verpachtet oder verleast werden?

    JaEbenfalls volle Pflicht, § 80 Absatz 3 Satz 1 und Absatz 4.

    NeinKein Anlass – die Erbengemeinschaft muss nichts veranlassen.

Bei der Neuvermietung kommt das Inserat dazu: Liegt ein Ausweis vor, sind in kommerziellen Immobilienanzeigen fünf Angaben zu machen – Ausweisart, Endenergiewert, wesentliche Energieträger, bei Wohngebäuden Baujahr und Energieeffizienzklasse.

Mehrere Gebäude, Eigentumswohnung, Teilungsversteigerung

Ein Ausweis deckt ein Gebäude ab, nicht einen Nachlass: Stehen drei Häuser darin, braucht jedes seinen eigenen. Getrennte Ausweise für Gebäudeteile gibt es nur bei gemischt genutzten Gebäuden.

Bei einer geerbten Eigentumswohnung liegen zwei Ebenen übereinander: ausgestellt für das ganze Gebäude, beschafft über die Gemeinschaft, vorzulegen beim Verkauf durch den einzelnen Eigentümer (Energieausweis für die Eigentumswohnung).

Die Teilungsversteigerung nach § 180 ZVG endet wie jede Zwangsversteigerung mit einem Zuschlag – eine freihändige Vermarktung davor fällt dagegen unter § 80 Absatz 3 und 4.

Wie viel Zeit Sie einplanen sollten

Der häufigste Planungsfehler: Der Ausweis werde erst beim Notartermin gebraucht. Fällig ist er zwei Schritte früher: beim Inserat und spätestens bei der ersten Besichtigung. Dazu kommen Verzögerungen, die es sonst nicht gibt – Erbnachweis, Grundbuchberichtigung, Terminfindung unter Miterben.

Zwei Bremsen, die nur im Erbfall zusammentreffen

Erstens: Bei Wohngebäuden mit weniger als fünf Wohnungen und Bauantrag vor dem 1. November 1977 ist der aufwendigere Bedarfsausweis vorgeschrieben; Nachlassimmobilien fallen häufig darunter (Stichtag 1977). Zweitens: Wer Daten für die Ausstellung bereitstellt, hat für deren Richtigkeit Sorge zu tragen – Erben kennen das Haus aber oft nur von außen. Was unsicher ist, gehört ungefiltert an die ausstellende Person; sie muss die Daten prüfen und darf sie im Zweifel nicht verwenden.

Ob überhaupt eine Pflicht besteht, klärt der Beitrag dazu, wann Sie keinen Energieausweis brauchen.

Was ein Versäumnis kostet

Wird der Ausweis bei Verkauf oder Neuvermietung nicht vorgelegt oder nicht übergeben, ist das eine Ordnungswidrigkeit.

bis zu 10.000 €

Bußgeldrahmen bei Verstößen gegen die Ausweispflichten

Ein Höchstrahmen, kein Regelbetrag — was tatsächlich verhängt wird, hängt vom Einzelfall ab.

§ 108 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 GModG

Der Rahmen ist ein Höchstbetrag, kein Regelbetrag. Anknüpfungspunkt ist die verletzte Vorschrift: die Vorlage- und Übergabepflicht des § 80 Absatz 4, die Pflichtangaben des § 87 Absatz 1.

Wichtig für Erbengemeinschaften: Das Ordnungswidrigkeitenrecht trifft Personen, nicht Gebilde. Die Geldbuße richtet sich gegen die handelnden oder pflichtwidrig untätigen Miterben, nicht gegen „die Erbengemeinschaft“ (was Verstöße kosten).

Was sich zum 1. Januar 2027 ändert

Artikel 2 des Mantelgesetzes ändert den Energieausweis-Teil zum 1. Januar 2027 – die tragenden Aussagen für Erben bleiben davon unberührt.

Was für Erben gilt – heute und ab dem 1. Januar 2027
FrageHeuteAb 01.01.2027
Ausweis gehört zum GebäudeJaUnverändert
GültigkeitsdauerZehn JahreUnverändert
Erbfall löst Ausstellung ausNeinUnverändert
BußgeldrahmenBis 10.000 €Unverändert
§ 79, § 80, § 108 GModG · BT-Drs. 21/6278 Artikel 2

Die Fachpresse nennt für 2027 zusätzlich eine Vorlagepflicht bei Mietvertragsverlängerungen und einen digitalen Ausweis; im Gesetzestext steht beides bislang nicht.

Häufige Fragen zum Energieausweis im Erbfall

Muss ich als Erbe sofort einen Energieausweis machen lassen?

Nein. Das Gesetz kennt drei Ausstellungsanlässe – Errichtung, energetische Änderung, Verkauf oder Vermietung. Der Erbfall ist keiner davon.

Gilt der Energieausweis meines verstorbenen Vaters weiter?

Ja, bis zum Ablauf der zehn Jahre ab Ausstellung – er gilt für das Gebäude, nicht für eine Person. Vorzeitig erlischt er nur, wenn nach § 80 Absatz 2 wegen einer baulichen Änderung ein neuer Ausweis nötig wird.

Wer von uns Miterben muss den Ausweis besorgen?

Das Gesetz regelt es nicht ausdrücklich. Die Beauftragung ist Verwaltung und lässt sich mehrheitlich beschließen – nach Erbquoten, nicht nach Köpfen. Der Verkauf geht dagegen nur gemeinschaftlich.

Wer zahlt den Energieausweis?

Im Innenverhältnis alle nach Erbquote (§ 2038 Absatz 2 Satz 1 in Verbindung mit § 748 BGB). Gegenüber dem Energieberater haften sie als Gesamtschuldner – er kann sich an einen Einzelnen halten.

Der Ausweis ist unauffindbar. Bekomme ich über die Registriernummer eine Kopie?

Darauf sollten Sie nicht bauen: Die Registrierstelle beim DIBt kennt kein Duplikatverfahren, und der Aussteller muss Kopien nur zwei Jahre aufbewahren.

Quellen (29)
  1. BT-Drs. 21/6278 — Regierungsentwurf Gebäudemodernisierungsgesetz mit Begründung (Artikel 2) — Deutscher Bundestag
  2. § 80 GModG — Ausstellung, Vorlage, Übergabe und Aushang des Energieausweises — gesetze.legal
  3. Anlass und Zeitpunkt der Ausstellung von Energieausweisen — Infoportal des Bundes zum Gebäudemodernisierungsgesetz (gmodg.bund.de)
  4. Energieausweis bei Erbe und Schenkung — ee-experten.com (Energieberatung, ohne Datumsangabe)
  5. Energieausweis nach Erbschaft — Pflichten für Erben — rechtssicherer-energieausweis.de (Anbieterportal)
  6. § 79 GModG — Grundsätze des Energieausweises — gesetze.legal
  7. § 85 GModG — Angaben im Energieausweis — lxgesetze.de
  8. Regelungen zu Energieausweisen — Infoportal des Bundes zum Gebäudemodernisierungsgesetz (gmodg.bund.de)
  9. § 1922 BGB — Gesamtrechtsnachfolge — lxgesetze.de
  10. § 2032 BGB — Erbengemeinschaft — lxgesetze.de
  11. § 99 GModG — Stichprobenkontrolle und Aufbewahrungspflicht des Ausstellers — gesetze.legal
  12. § 98 GModG — Registriernummer — lxgesetze.de
  13. FAQ der GEG-Registrierstelle beim DIBt — Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt)
  14. § 80 GModG — Absatz 4 und 5 satzweise, Fassungsstand 22.06.2026 — lxgesetze.de
  15. § 2038 BGB — Gemeinschaftliche Verwaltung des Nachlasses — gesetze.legal
  16. § 745 BGB — Verwaltung und Benutzung durch Beschluss — lxgesetze.de
  17. § 2040 BGB — Verfügung über Nachlassgegenstände — gesetze.legal
  18. BGH, Urteil vom 28.09.2005 – IV ZR 82/04 (BGHZ 164, 181): Mitwirkungspflicht der Miterben bei ordnungsmäßiger Verwaltung — dejure.org
  19. § 748 BGB — Lasten- und Kostentragung — lxgesetze.de
  20. § 2058 BGB — Gesamtschuldnerische Haftung der Miterben — lxgesetze.de
  21. § 1967 BGB — Erbenhaftung, Nachlassverbindlichkeiten — lxgesetze.de
  22. § 2205 BGB — Verwaltung des Nachlasses durch den Testamentsvollstrecker — lxgesetze.de
  23. § 2206 BGB — Eingehung von Verbindlichkeiten durch den Testamentsvollstrecker — lxgesetze.de
  24. § 1960 BGB — Sicherung des Nachlasses, Nachlasspfleger — lxgesetze.de
  25. § 87 GModG — Pflichtangaben in einer Immobilienanzeige — gesetze.legal
  26. § 180 ZVG — Teilungsversteigerung — lxgesetze.de
  27. § 83 GModG — Grundlagen der Ausstellung, Verantwortung für die Daten — gesetze.legal
  28. § 108 GModG — Bußgeldvorschriften — gesetze.legal
  29. Energieausweise im GModG: Was sich 2027 ändert — Haufe (Fachpresse)

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Rechtsstand: Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung.